Lesegottesdienst 17.05.2020 (Rogate)

Wochenspruch

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft
noch seine Güte von mir wendet.

Psalm 66,20

Der Gottesdienst

Eingangslied EG 107, 1-3 Wir danken dir, Herr Jesu Christ

Eingangswort:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
Der Herr sei mit uns.

Rogate – betet! Das Gebet ist ein wunderbares Geschenk.

Alles, was uns bewegt, das Schöne und das Schwere, dürfen wir Gott hinhalten. Er erfüllt nicht alle unsere Wünsche, aber er erhört unsere Gebete. Das hat uns Christus versprochen. Darauf können wir uns verlassen – in diesen schweren Zeiten.

Gebet

Barmherziger Vater,
du erhörst uns, wenn wir im Namen deines Sohnes zu dir beten.
Hilf uns zu beten,
nach deinem Willen zu fragen,
alle Hilfe von dir zu erwarten
und in allen Dingen auf dich zu vertrauen.
Das bitten wir dich durch Jesus Christus,
unseren Herrn und Bruder.
Amen.

Alttestamentliche Lesung: 2.Mose 32,7-14 – Moses Fürbitte

Der HERR sprach aber zu Mose: Geh, steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, hat schändlich gehandelt.

Sie sind schnell von dem Wege gewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben’s angebetet und ihm geopfert und gesagt: Dies sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland geführt haben.

Und der HERR sprach zu Mose: Ich habe dies Volk gesehen. Und siehe, es ist ein halsstarriges Volk. Und nun lass mich, dass mein Zorn über sie entbrenne und sie verzehre; dafür will ich dich zum großen Volk machen.

Mose wollte den HERRN, seinen Gott, besänftigen und sprach: Ach, HERR, warum will dein Zorn entbrennen über dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand aus Ägyptenland geführt hast? Warum sollen die Ägypter sagen: Er hat sie zu ihrem Unglück herausgeführt, dass er sie umbrächte im Gebirge und vertilgte sie von dem Erdboden? Kehre dich ab von deinem glühenden Zorn und lass dich des Unheils gereuen, das du über dein Volk bringen willst. Gedenke an deine Knechte Abraham, Isaak und Israel, denen du bei dir selbst geschworen und verheißen hast: Ich will eure Nachkommen mehren wie die Sterne am Himmel, und dies ganze Land, das ich verheißen habe, will ich euren Nachkommen geben, und sie sollen es besitzen für ewig.

Da gereute den HERRN das Unheil, das er seinem Volk angedroht hatte.

Epistel: 1.Timotheus 2,1-6a

So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit.

Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat als Lösegeld für alle.

Evangelium: Lukas 11, (1-4)5-13

(Es begab sich, dass er an einem Ort war und betete. Als er aufgehört hatte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht:

Vater! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Gib uns unser täglich Brot Tag für Tag und vergib uns unsre Sünden; denn auch wir vergeben jedem, der an uns schuldig wird. Und führe uns nicht in Versuchung.)

Und er sprach zu ihnen: Wer unter euch hat einen Freund und ginge zu ihm um Mitternacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leih mir drei Brote; denn mein Freund ist zu mir gekommen auf der Reise, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann, und der drinnen würde antworten und sprechen: Mach mir keine Unruhe! Die Tür ist schon zugeschlossen und meine Kinder und ich liegen schon zu Bett; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben. Ich sage euch: Und wenn er schon nicht aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seines unverschämten Drängens aufstehen und ihm geben, so viel er bedarf.

Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.

Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater um einen Fisch, und der gibt ihm statt des Fisches eine Schlange? Oder gibt ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!

Apostolisches Glaubensbekenntnis (EG Seite 1150)

Wochenlied EG 344,1-4 Vater unser im Himmelreic

Predigt

Predigtwort Matthäus 6,5-15 (wird während der Predigt gelesen)

I.

Wer in den letzten Wochen den Gottesdienst in der Kirche vermisst hat, konnte trotzdem Gottesdienst feiern: daheim vor dem Radiogerät, dem Fernseher oder dem Computer. Das war ungewohnt für beide Seiten, für die vor dem Bildschirm, aber auch für die, auf der anderen Seite, die vor leeren Bänken reden mussten.

Ungewohnt war es vor allem beim Beten. Einem anderen beim Beten zuschauen, das „tut man nicht“. Im Normalfall betet man mit, mit den anderen zusammen. Man senkt vielleicht den Kopf oder blickt auf das Kreuz.

Im Wohnzimmer vor dem Fernseher oder dem Tablet ist das anders. So nah ist man der Pfarrerin oder dem Diakon beim Beten sonst nicht. Heißt es in der Bibel nicht: Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein? Ja man soll sogar die Tür schließen, um nur ja allein zu sein: Schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist.

Die Rede vom stillen Kämmerlein finden wir im heutigen Predigtwort, im Matthäusevangelium im 6. Kapitel:

Jesus lehrte seine Jünger und sprach:
Wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, um sich vor den Leuten zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.

Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. Darum sollt ihr so beten:

Unser Vater im Himmel!
Dein Name werde geheiligt.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

II.

An Fernseh- und Onlinegottesdienste hatte zur Zeit Jesu sicherlich noch niemand gedacht. Beten – das kannte man nur „live“: aus den Synagogengottesdiensten, von zu Hause am Sabbat oder zu den religiösen Festen.

Sicherlich kannten die Jünger die Gebete der Bibel, die Psalmen, leise und laute Klage- und Dankgebete, dazu auch die Totengebete, wenn einer gestorben war. Es war nicht so, als hätten die Jünger kein Gebet gekannt. Im Gegenteil. Es gab viele Arten zu beten. Doch wie betet man richtig?
Die einen sagten so, die anderen so. Die Vielfalt kann verwirren, damals wie heute: laut oder leise, lang oder kurz, frei oder mit festen Worten, kunstvoll gedichtet oder verzweifelt gestammelt, daheim oder an festen Orten, draußen oder drinnen, im Stehen oder im Knien, mit gefalteten Händen oder nach oben gestreckten Armen, vor dem Essen, nach dem Essen, beim Glockenläuten, vor dem Fernseher? Angesichts des Vergleichs mit anderen Menschen, anderen Konfessionen und Religionen taucht bis heute die Frage immer wieder auf: „Wie betet man „richtig“?

Jesus empfiehlt, das Vergleichen mit anderen zu lassen, sich weder mit seiner Art zu beten als Vorbild zu verstehen noch sich verunsichern zu lassen, von der Vielzahl schöner Worte anderer. Wenn du aber betest so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist.

„Richtig“ beten kann man nur, wenn man sich nicht mehr fragt, was richtig ist, was „die Leute“ dazu sagen. Das Kämmerlein ist der Ort, wo keiner zuschaut, mich niemand beobachtet, beurteilt oder gar verurteilt.

III.

In Zeiten von Corona ist Handhygiene wichtig. Mindestens 30 Sekunden langHände waschen – lautet die Empfehlung. Ein Tipp unter vielen ist: „Zwei Vaterunser beten – dann weiß ich, dass ich lange genug Hände gewaschen habe.“

Das mag in manchen Ohren zunächst unwürdig klingen, wie eine unzulässige Zweckentfremdung dieses Gebets. Darf man das? Statt auf die Uhr zu schauen, Vaterunser beten?  Warum nicht. Sich mehrmals am Tag, anlässlich des Händewaschens, mit Gott in Verbindung zu setzen, ist doch eine gut genutzte Zeit.

Das Kämmerlein des Gebets muss nicht ein eigener Mediationsraum sein mit Kerze, Klangschale oder Gebetsteppich. Gott weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. Gott braucht unsere Gebete nicht, aber wir brauchen sie, um uns einzuüben in das Vertrauen, das wir „Glaube“ nennen.

Gott braucht weder Kirchen noch Meditationsbänkchen noch viele schöne Worte. Der Stoßseufzer in der Küche, das „Danke“ am gedeckten Tisch, die stumme Bitte beim Entzünden einer Kerze in der Kirche, das Beten am Abend im Bett, über das ich einschlafe – das alles ist Beten. Auch das Vaterunser beim Händewaschen.

Beten ist einüben in das Vertrauen, dass Gott schon weiß, was ich brauche. Wenn ich – statt beim Händewaschen das eigene Spiegelbild anzuschauen – in mich gehe, verbinde ich mich mit Gott und denen, die ihn ebenfalls ihren „Vater“ nennen. Dann wird aus der Sonntagsfrömmigkeit am Ende ein guter „Alltagsglaube“. Und ich werde daran erinnert, dass das tägliche Brot genauso notwendig ist wie die Vergebung untereinander, dass da zwischen Himmel und Erde kein Ort ist ohne Gott – nicht einmal am „stillen Örtchen“.

IV.

Lehre uns beten, bitten die Jünger Jesus nach der Überlieferung des Lukasevangeliums. Beten – davon gehen sie aus – kann man lernen, muss man vielleicht sogar.

Martin Luther verglich das Beten mit einem Handwerk: „Eines Christen Handwerk ist Beten. Wie ein Schuster einen Schuh macht und ein Schneider einen Rock, also soll ein Christ beten.“

Ein Handwerk lernt man bei einem Meister. Die Jünger gehen für das Beten bei Jesus in die Lehre. Sein „Meisterstück“ ist das „Vaterunser“. Es ist sozusagen die Schablone für jedes Gebet. An diesem Gebet kann man sich orientieren, kann man lernen, wie beten geht. Wenn einem die richtigen Worte fehlen, wenn man nicht weiß, was man beten soll, wenn man sich einüben will in den Glauben, dann, sagt Jesus, sollt ihr so beten: Vater unser im Himmel …

Bis heute ist das Vaterunser so etwas wie ein Meisterstück, ein Mustergebet, mit dem man beten lernen kann.

Bei der Taufe versprechen die Eltern, ihren Kindern das Beten beizubringen:
Darum sollt ihr euer Kind zum Glauben an Jesus Christus hinführen, zum Beten anleiten und ihm helfen, dass es ein lebendiges Glied der Kirche Jesu Christi bleibt“, heißt es in der Frage an die Eltern.
Und die Paten und Patinnen werden gefragt, ob sie die Eltern darin unterstützen, das Kind im christlichen Glauben zu erziehen. Frühere Generationen mussten dabei ganz konkret versprechen, dass sie ihrem Patenkind das Vaterunser und die 10 Gebote beibringen werden. Das Patenkind ging also in Sachen Christsein bei den Paten in die Lehre, in die Christenlehre.

Später im Konfirmandenunterricht mussten die Jugendlichen dann auch noch Luthers Auslegung im Kleinen Katechismus dazu lernen und wurden bei der „Prüfung vor der Konfirmation“ dann auch – ganz im lehrerhaften Ton Luthersgefragt: „Was ist das?“

Von der Anrede Gottes als Vater über alle sieben Bitten bis hin zum „Amen“ erklärt Luther wie ein „Frage und Antwort-Spiel“ das ganze Vaterunser. Generationen von evangelischen Christen und Christinnen haben das auswendig gelernt. Sie haben mit diesem Gebet und Luthers Worten das „Handwerk“ des Betens gelernt.

V.
DAS DRITTE HAUPTSTÜCK: DAS VATERUNSER

DIE ANREDE
Vater unser im Himmel.
Was ist das?
Gott will uns damit locken, dass wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater und wir seine rechten Kinder, damit wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen wie die lieben Kinder ihren lieben Vater.

DIE ERSTE BITTE
Geheiligt werde dein Name.
Was ist das?
Gottes Name ist zwar an sich selbst heilig; aber wir bitten in diesem Gebet, dass er auch bei uns heilig werde.
Wie geschieht das?
Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehrt wird und wir auch heilig, als die Kinder Gottes, danach leben. Dazu hilf uns, lieber Vater im Himmel! Wer aber anders lehrt und lebt, als das Wort Gottes lehrt, der entheiligt unter uns den Namen Gottes. Davor behüte uns, himmlischer Vater!

DIE ZWEITE BITTE
Dein Reich komme.
Was ist das?
Gottes Reich kommt auch ohne unser Gebet von selbst, aber wir bitten in diesem Gebet, dass es auch zu uns komme.
Wie geschieht das?
Wenn der himmlische Vater uns seinen Heiligen Geist gibt, dass wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben und danach leben, hier zeitlich und dort ewiglich.

DIE DRITTE BITTE
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Was ist das?
Gottes guter, gnädiger Wille geschieht auch ohne unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, dass er auch bei uns geschehe.
Wie geschieht das?
Wenn Gott allen bösen Rat und Willen bricht und hindert, die uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Reich nicht kommen lassen wollen, wie der Teufel, die Welt und unseres Fleisches Wille; sondern stärkt und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger, guter Wille.

DIE VIERTE BITTE
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Was ist das?
Gott gibt das tägliche Brot auch ohne unsere Bitte allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, dass er’s uns erkennen lasse und wir mit Danksagung empfangen unser tägliches Brot.
Was heißt denn tägliches Brot?
Alles, was not tut für Leib und Leben, wie Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, fromme und treue Oberherren, gute Regierung, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen.

DIE FÜNFTE BITTE
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Was ist das?
Wir bitten in diesem Gebet, dass der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünden und um ihretwillen solche Bitten nicht versagen, denn wir sind dessen nicht wert, was wir bitten, haben’s auch nicht verdient; sondern er wolle es uns alles aus Gnaden geben, obwohl wir täglich viel sündigen und nichts als Strafe verdienen. So wollen wir wiederum auch herzlich vergeben und gerne wohltun denen, die sich an uns versündigen.

DIE SECHSTE BITTE
Und führe uns nicht in Versuchung.
Was ist das?
Gott versucht zwar niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, dass uns Gott behüte und erhalte, auf dass uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Missglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster; und ob wir damit angefochten würden, dass wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten.

DIE SIEBENTE BITTE
Sondern erlöse uns von dem Bösen.
Was ist das?
Wir bitten in diesem Gebet, dass uns der Vater im Himmel vom Bösen und allen Übel an Leib und Seele, Gut und Ehre erlöse und zuletzt, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere und mit Gnaden von diesem Jammertal zu sich nehme in den Himmel.

DER BESCHLUSS
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Was heißt Amen?
Dass ich soll gewiss sein, solche Bitten sind dem Vater im Himmel angenehm und erhöret. Denn er selbst hat uns geboten, so zu beten, und verheißen, dass er uns erhören will. Amen, Amen, das heißt: Ja, ja, so soll es geschehen.

VI.

Heute weiß man, dass der Schluss des Vaterunsers von den ersten christlichen Gemeinden hinzugefügt wurde. Das passt, denn es ist so etwas wie das Zeugnis nach bestandener Lehre: Ja, das habe ich jetzt gelernt, das habe ich verstanden in dieser Schule des Betens.

Beten ist Einüben ins Vertrauen. Alles, die ganze Welt, mein ganzes Leben ist umfasst von diesem Reich und der Kraft und der Herrlichkeit Gottes. Amen – so ist es.

Am Ende müssen wir beim Beten keine „Meisterleistung“ bringen, es reicht Geselle, Jünger, Schüler und Schülerin dieses Meisters zu sein – ein ganzes Leben lang.

Übrigens: Wer sonntags nicht in die Kirche zum Gottesdienst kommen kann, der kann dennoch mitbeten – auch ohne „Livestream“. Zum Vaterunser, wenn die ganze gottesdienstliche Gemeinde in das Gebet des Herrn einstimmt, dann läuten die Glocken und tragen das Gebet in die Welt, in die Häuser, die Ohren und die Herzen. Wer die Glocken hört, kann im stillen Kämmerlein einstimmen und mit der ganzen Christenheit auf Erden beten, „wie unser Herr Jesus Christus uns gelehrt hat“.
Amen.

Predigtlied: EG 182,1-4 Halleluja. Suchet zuerst Gottes Reich

Fürbittengebet

Heiliger Gott.
du bist wie ein guter Vater und wie eine liebende Mutter.
Um Christi willen erhörst du unsere Gebete.
Durch ihn bitten wir/bitte ich dich:

Für deine Kirche:
Gib ihr offene Augen für die Nöte dieser Welt
und Kraft, für alle einzutreten, die in Not sind.
Herr, erbarme dich!

Für die Regierenden:
Steh ihnen bei
und hilf ihnen, Frieden zu schaffen und zu erhalten.
Herr, erbarme dich!

Für alle, die nach Sinn und Halt für ihr Leben suchen:
dass sie dich finden in Jesus Christus, deinem Ebenbild.
Herr, erbarme dich!

Für unsere Kranken und Leidenden:
Schenke ihnen deine Nähe und Hilfe.
Herr, erbarme dich!

Für uns selbst:
Hilf uns, jeden Tag auf dich zu hören und alles vor dich
zu bringen, was uns bewegt.

Herr, erbarme dich!
Herr, unser Gott, dir befehlen wir uns und alles, worum wir bitten, an. Du hast deinen Sohn aus dem Tod befreit und befreist auch uns zum Leben durch ihn, Christus, unseren Herrn.

Vaterunser

Bitte um Segen

Der Herr segne uns und behüte uns.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns + Frieden.

Von Gottfried Greiner redigierte Lesepredigt von
Pfarrerin Sabine Meister
Gottesdienst-Institut der ELKB
E-Mail: sabine.meister@elkb.de


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